Der Sturm im Wasserglas


Es gibt manche Tage, an denen es auch die CDU mal mit Widerstand gegen die Obrigkeit, in diesem Fall gegen die Kanzlerin, versucht. Dummerweise klappt das bei den Konservativen eher selten, was wohl auf die mangelnde Tradition im Widerstand zurückzuführen ist.

Ein weiteres,  trauriges Beispiel mann- und ehrenhafter, aber erfolgloser Gegenwehr gegen eine ‚Politik von oben‘, ist der Aufstand Karl-Josef-Laumanns gegen die Fracking-Pläne der Bundesregierung. Fracking nennt man das Aufbrechen tief liegender Gesteinsschichten mittels Druck und einem giftigen Chemikalien-Cocktail, um so das im Erdreich gebundene Erdgas freisetzen zu können. Weitere Informationen zu  Fracking gibt es auf Gegen-Gasbohren.de.

Laumann hatte sich in seiner Eigenschaft als CDU-NRW-Vorsitzender zu Wort gemeldet, um von der Kanzlerin ein Verbot von Fracking zu fordern. Das war ziemlich mutig und wurde von der Basis im ländlichen Raum, auch in Drensteinfurt, frenetisch bejubelt. Kein Wunder, denn sollte ein Fracking-Gesetz unter schwarz-gelb umgesetzt werden, würde dies für die CDU z.B. im Münsterland einen empfindlichen Verlust an Stimmen bedeuten. Sogar die seit Generation fest vergebenen Direktmandate zwischen Werse und Ems wären dann bedroht.

Doch kaum war die erste Überraschung der CDU-Mitglieder über mutige Funktionäre verklungen, schlug auch schon die schwarze Führungsspitze zurück. Mit Bouffier, Seehofer und Oettinger erklärten über Pfingsten gleich drei konservative Amtsinhaber ihre Vorliebe fürs Fracking, Und über Laumann spottete man nur noch im Kanzleramt:

NRW-Fraktionschef Karl-Josef Laumann bekam sein Fett weg, weil sein Protestbrief an die Kanzlerin gegen die umstrittene Fracking-Technologie öffentlich geworden war. Unionsfraktionschef Volker Kauder forderte Präsidiumsmitglied Laumann auf, ihn das nächste Mal direkt anzurufen, wenn es ein Problem gebe. Kauder, so wird erzählt, habe Laumann demnach sogar zum Spaß die Nummer seines Büros im Bundestag diktiert.

Die Südwest-CDU hatte mit ihrem Protest gegen Fracking mehr Erfolg als die NRW-CDU. Um die Trinkwasservorräte am Bodensee zu schützen, wurde in dem mehrfach geänderten Gesetzentwurf der schwarz-gelben Koalition extra eine ‚Lex Bodensee‘ eingefügt. Dies nennt man dann wohl ein Süd-Nord-Bedeutungsgefälle.

Anmerkung: Unter www.petition-fracking.de läuft zur Zeit eine Kampagne der Bürgerinitiativen gegen Fracking. Motto der Kampagne: ‚Keine Stimme für Fracking‘

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