Die Teflon- und Telefon-Kanzlerin


Teflon-Kanzlerin! Diesen Titel hat sich Angela Merkel hart erarbeitet. Egal, welchen Unfug sich ihre Mannschaft da in Berlin zusammen regierte – die Kanzlerin als Mutter der Nation trotzte allen Stürmen mit unglaublichen Zuspruchswerten in den Umfragen. Kritik an der Regierung blieb nicht an ihr haften, sondern perlte rückstandsfrei am praktischen Hosenanzug ab.

Doch dann kam der 28. Mai 2013, ein Dienstag im Vorwahlkampf. Die Merkel plauderte mit ihrem Parteivolk per Telefon (unglaublich!) und ließ das ganze auch noch per CDU.TV (unfassbar!) durchs Internet rauschen. Bei diesen Telefonaten gelang es den anrufenden Wälerinnen und Wählern, der Regierungschefin finanzielle Versprechen aus den Rippen zu leiern, die sich nach Auskunft des Handelsblatt auf rund 28 Mrd. Euro belaufen.

Zwei Dinge sind an diesem Wahlkampfauftritt der Kanzlerin bemerkenswert. Zum einen konnte das Volk erfahren, dass Deutschland nicht nur per MSMS (Merkel-SMS) regiert wird. Notfalls greift die Kanzlerin auch auf Technik aus dem letzten Jahrhundert zurück, um die Geschicke des Landes zu lenken. Zum anderen gewährte die CDU-Chefin einen tiefen Einblick in die Strukturen der Union. In normalen Familien werden Angehörige schon für geringere Summen, die beim Telefonkauf verjubelt werden, entmündigt. Keine Spur davon bei der christlichen Unions-Gemeinschaft, stattdessen gelebte christliche Werte wie Nächstenliebe und Fürsorge. Nur vor diesem Hintergrund ist zu erklären, warum die Worte der Kanzlerin für bare Münze genommen werden.

Denn kaum war aus einer launigen Telefonplauderei ernsthafte Realpolitik geworden, entbrannte auch schon der Streit um die Deutungshoheit der Wahlversprechen der Kanzlerin.

Ich kann die Aufregung über eine angebliche Kursänderung beim Haushalt nicht nachvollziehen

Wir werden nichts tun, was solides Haushalten infrage stellt.

Und überhaupt hat die  FDP hat schon mal klar gestellt, dass mit der liberalen Kleinstpartei natürlich keine Wahlgeschenke für die allgemeine Bevölkerung zu machen sind:

Wohlfahrtsprogramme auf Pump sind nicht unser Verständnis von sozialer Marktwirtschaft und ökonomischer Vernunft

Stimmt! Damit das Volk in den Genuss von liberalen Wahlgeschenken kommen könnte, müsse es ja zunächst umgeschult werden – auf Hotelbesitzer, Spielautomatenbetreiber, Steueranwalt  oder Apotheker. Vor diesem Hintergrund erhält die Drohkulisse der ‚Deindustrialisierung Deutschlands‘, welche von der schwarz-gelben Koalition immer wieder beschworen wird, eine ganz neue Bedeutung!

Warum hat denn niemand von der Drensteinfurter CDU die Chance genutzt? Da hätte man doch noch ein paar Euro rausschlagen können, wenn Mutti schon mal Taschengeld verteilt – für die Teamschule oder die Gemeindefinanzierung. Und wer die Zeche am Ende bezahlen muss? Ist uns doch egal! Hauptsache wir haben die Moneten an die Werse geholt!

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