Das dreifach gestrichene C


Christliche Werte – in unserer Gesellschaft verloren, vergessen oder gepflegt? Dazu vier Zahlen: 50  – 156 –  6 – 72. Und die Hintergründe dazu.

50

Rund 50 Asylbewerber haben in der Münchener Innenstadt ein Hungerstreik-Lager eingerichtet. Ihre Forderung: sofortige Anerkennung als politisch Verfolgte gemäß Artikel 16 a des Grundgesetzes. Sie protestieren damit gegen die untragbaren Zustände in den Massenunterkünften, die von der bayerischen Staatsregierung für die Flüchlinge bereit gestellt werden.

Die für die Asylbewerber in Bayern zuständigen Behörden haben klare Anweisung, durch dieverse Schikanen den Druck auf die Asylbewerber hoch zu halten. Ziel ist es, durch Abschreckung den Aufenthalt der Menschen in Deutschland zu verkürzen und den Nachhmungseffekt durch andere Flüchlinge zu unterbinden.

Die Verteilung und die Zuweisung [der Asylbewerber auf die Unterkünfte] darf die Rückführung der betroffenen Personen nicht erschweren; sie soll die Bereitschaft zur Rückkehr in das Heimatland fördern.
aus: §7, Absatz 5, Bayerische Asyldurchführungsverordnung

Die zuständige Sozialministerin Christine Hadertauer, Mitglied der Christlich-Sozialen Union in Bayern und römisch-katholischen Glaubens, weisst die Forderungen der Hungerstreikenden zurück:

Hierzulande ist Politik nicht erpressbar, wir leben in einem Rechtsstaat, wo man sich nicht durch Hungerstreiks eine Vorzugsbehandlung erzwingen kann
Christine Hadertauer (CSU), Sozialministerin Bayern

156

156 Maßnahmen listete die Bundesregierung unter ‚Familienpolitik‚ mit Ausgaben von über 200 Mrd. Euro. Die zuständige Ministerin Kristina Schröder feierte dies bei der Vortsellung einer Studie zur Wirksamkeit von Familienpolitik als Erfolg.

Die Wissenschaftler, die die Studie angefertigt hatten, wunderten sich Tags darauf in aller Öffentlichkeit über die eigenwillige Interpreation der Ergebnisse durch die Ministerin und schlagen nun Alarm:

  • Katharina Spieß vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung bemerkte in einem Interview mit dem „Spiegel“, die Untersuchung habe ergeben, dass die Maßnahmen für die verschiedenen Familientypen unterschiedlich wirksam seien – es könne nicht pauschal vom Erfolg der Familienpolitik gesprochen werden.
  • „Wir konnten die Schlussfolgerungen von Frau Schröder und auch von Herrn Schäuble in keiner Weise mit den Ergebnissen unserer Untersuchung in Einklang bringen“, sagte der Ifo-Wissenschaftler Helmut Rainer FOCUS Online.
  • „Die Aussage, dass alle 156 geprüften Leistungen geeignet sind, um die familienpolitischen Ziele zu erreichen, ist falsch“, sagte Reinhold Schnabel von der Universität Duisburg-Essen.
  • Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sagt dem „Spiegel“: „Die Union verfolgt in ihrem Wahlprogramm einen falschen Ansatz. Anstatt das Kindergeld einfach nur zu erhöhen, sollten wir lieber die Milliarden in Infrastruktur und Kinderbetreuung anlegen. Wir müssen jungen Familien jetzt bei der Kinderbetreuung helfen, damit sie Familie und Beruf vereinbaren können.“

Die Ergebnisse der Studie aus dem Familienministerium machen erneut deutlich, dass die Verantwortlichen der CDU die Spaltung der Gesellschaft unerbittlich voran treiben:

„Wer hat, dem wird gegeben. Kinderarmut wird schulterzuckend hingenommen – Hartz-IV-Familien bekommen kein Kindergeld. An ihnen geht der geplante Geldsegen vorbei.

Selten hat die CDU so klar Politik für Wohlhabende gemacht – in der Familienpolitik ist sie die neue Partei der Besserverdienenden, genauer: der besservedienenden Mütter und Väter.“
Elisabeth Niejahr, Die Zeit, 27. Juni 2013

Familienministerin Kristina Schröder ist Mitglied der Christlich Demokratischen Union Deutschlands und gehört der altkonfessionellen selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche an.

6

6 Milliarden Euro gesteht die Sparkommissarin Angela Merkel den maroden europäischen Krisenländern zu, um Arbeitsplätze für Jugendliche zu schaffen. Einhellig liessen die europäischen Regierungschefs auf ihrem letzten Gipfel verlautbaren, dass eine ganze Generation von Menschen verloren gehen könnte und die Zukunft Europas auf dem Spiel stünde, wenn nicht gehandelt würde.

Sowohl der Internationale Währungsfonds (IWF) als auch die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) fordern schon seit längerem ein Ende der Sparpolitik. Im Süden Europas sind in Folge der Wirtschaftkrise und der Sparmaßnahmen Millionen von Menschen arbeitslos. Insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit hat dramatische Ausmaße angenommen:

In Griechenland hat inzwischen mehr als jeder zweite unter 25 Jahren keine Arbeit (58,4 Prozent). In Spanien liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 55,7 Prozent, in Portugal bei 38,2 Prozent und in Italienbei 37,8 Prozent.

Angela Merkel hatte bisher alle Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft und zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit abgelehnt. Das strenge Sparregime der Kanzlerin hat die Wirtschaft in den Krisenländern derart abgewürgt, dass ganze Regionen in eine tiefe Rezession gefallen sind. Allen Forderungen, vom Sparkurs abzuweichen und ein Programm zur Wirtschaftsförderung aufzulegen, wurde von der Kanzlerin eine harsche Abfuhr erteilt. Wenn die Sozialkürzungen, Lohnsenkungen und die „Flexibilisierung“ des Arbeitsmarktes weitergingen, warnt die ILO, drohten soziale Unruhen.

6 Milliarden Euro hört sich nach einer großen Summe an, doch angesichts der katastrophalen Situation ist dies nicht einmal eine Mogelpackung – es ist das zynische Ausnutzen einer Krisensituation zu Wahlkampfzewecken:

Doch Merkel lässt sich nicht beirren. Schon beim EU-Gipfel im Oktober, gleich nach der Wahl, will sie weiterreformieren. Mit „Strukturreformen“ zur Förderung der „Wettbewerbsfähigkeit“. Was das bedeutet, davon können Hartz-IV-Empfänger ein trauriges Lied singen.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel ist dabei, sich von der Zukunft Europas zu verabschieden. Sie opfert den Frieden, die Freiheit und den Wohlstand unseres Kontinents für eine kurzsichtige, egoistische Machtperspektive.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist Protestantin, Pfarrerstochter und Vorsitzende der Christlich Demokratischen Union Deutschlands.

72

72 Stunden – Uns schickt der Himmel‚. Unter diesem Motto haben in der vergangenen Woche 175.000 Menschen an 4.000 Orten in Deutschland Asylbewerberheime bunt gestrichen, mit Obdachlosen gekocht, sie haben für Flutopfer geschuftet, kranke Kinder betreut, Spielplätze und Friedhöfe gereinigt, sie haben mit Senioren gespielt, für hungernde Menschen gesammelt, abgebrannte Häuser wieder aufgebaut.

Auch Drensteinfurter Gruppen wie Messdiener, Malteser und Klassen der Teamschule nahmen daran Teil. Mit viel Arbeitseinsatz wurden Plätze und Gebäude im öffentlichen Raum in Stand gesetzt. In diesem Jahr war u.a. die Flüchlingsunterkunft an der Hammer Straße Teil der Aktion. Dort wurde der Kinderspielplatz runderneuert und die Garagen auf Vordermann gebracht. Damit haben  die kirchlichen Gruppen zum wiederholten mal zur Verbesserung der Situation von Asylbewerbern und Flüchlingen in Drensteinfurt beigetragen.

Organisiert wird diese Aktion von Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der sich in diesem Jahr „überwältigt vom Erfolg“ zeigt. Die meisten teilnehmenden Gruppen kamen aus den katholischen Jugendverbänden, von  Messdiener- und anderen katholischen Jugendgruppen. Aber auch Jugendberufshilfe-Einrichtungen, evangelische und ökumenische Projekte, Schulklassen, Feuerwehren, Karnevals- und Sportvereine, Gruppen aus Südamerika und Afrika beteiligten sich.

Fazit

Vier Zahlen: 50  – 156 –  6 – 72
Vier Mal ein ‚C‘ für ‚christlich‘.
Drei Mal gestrichen wegen Verlogenheit!

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