Chef mit Machtinstinkt


Da dürften einige kommunale Strategen heute morgen in Drensteinfurt aber aus ihrem rot-grünen Himmelbett gefallen sein: Bürgermeister Paul Berlage wird bereits 2014 zur Bürgermeisterwahl antreten. Als Hauptgrund für die Zusammenlegung mit der Kommunalwahl nennt das Stadtoberhaupt die Kostenfrage – neben einiger Projekte, die er gerne zu Ende führen würde als Bürgermeister.

Doch man muss politisch schon ziemlich naiv sein, um hier nicht die Nachtigall trapsen zu hören. Klar ist, dass die aktuelle Situation ideal ist für den CDU-nahen Berlage. Nicht nur steht die Union bundes- und landesweit voll im Saft. Auch der politische Gegner leckt noch immer die Wunden von der vergangenen Bundestagswahl. Selten war eine Opposition aus dem linken Lager so geschwächt in eine Legislaturperiode gegangen wie in diesem Jahr. Dabei muss man nicht viel von Politik verstehen, um zu begreifen, dass sich eine solche Situation am besten ausnutzen lässt, bevor eine Unions-geführte Regierung mit den ersten Maßnahmen das Volk wieder gegen sich aufbringt.

Hinzu kommt, dass die CDU in Drensteinfurt quasi ohne Opposition durchregiert. Nicht nur stellt die CDU die absolute Mehrheit an Mandaten und Wählerstimmen, nicht nur werden sehr viele Entscheidungen im Rat im Konsens getroffen. Darüber hinaus spielt Berlage auch die Ideenlosigkeit von Rot-Grün in  die Hände, insbesondere wenn es um Personalfragen geht.

Dass in sechs Monaten Kommunalwahlen sind – hat noch niemand bemerkt. Eine offene Auseinandersetzung mit der Politik der CDU – findet nicht statt. Eine Entwicklung eigener Ideen und kommunaler Politikalternativen – Fehlanzeige. Und nun soll in Drensteinfurt aus dem Stand ein Kandidat oder eine Kandidatin aufgebaut werden? Da wird ja eher Otto Wels Ehrenmitglied bei der Ortsunion!

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