Ungewöhnliche Wahlkampf-Allianzen


Der Wahlkampf in Drensteinfurt hat es wirklich in sich. Es gibt dabei nicht nur Überraschungskandidaten wie die Herren Kraft und Grawunder, die mit ihren Kandidaturen insbesondere die Reihen der CDU derart verunsichern, dass man bei den Unionisten schon mal zur Wahl des gegnerischen Kandidaten aufruft. Nun stellt sich heraus, dass auch die alten Gleichungen

Handwerk, Gewerbe, Kirche -> CDU
Apotheker, Notare, Rechtsanwälte -> FDP
Umweltgruppen -> Grüne
Gewerkschaftler -> SPD

auch in Stewwert so nicht mehr aufgehen.

Denn die IG Werbung hat sich nun vollständig auf die Seite der Grünen geschlagen und befeuert die Kampagne von Maria Tölle, Raphaela Blümer und irgendwelchen Quotenmännern mit DEM Logo der Öko-Partei schlechthin: DER Sonnenblume. Davon sollen 500 in der Stadt verteilt werden – unterstützt von unzähligen Plakaten. Und dies in der heissesten Phase des Wahlkampfes, ab dem 11. Mai, wenn auch die Briefwähler noch über ihre Kreuze nachdenken.

Das Autorenkollektiv Klaus Wallenstein muss an dieser Stelle eingestehen, dass wir die Grünen und deren Wahlkampfstrategie tatsächlich völlig unterschätzt haben. Was wir bisher als planlosen Nicht-Wahlkampf wahrgenommen hatten, entpuppt sich nun als hervorragend ausgeklügelte Überraschungs-Strategie, die die Mitbewerber um den Wählerzuspruch von den Socken hauen wird, denn:

  • Dass die Sonnenblume die Gartenpflanze 2014 ist, ist der örtlichen CDU offensichtlich entgangen, sonst hätte diese mit ihrer Ratsmehrheit längst ein diesjähriges Anpflanzverbot erlassen.
  • Die für den Gewerbeverein ausgesuchte Sorte ist besonders großwüchsig, so dass die Grünen zum einen ihren Markenkern massiv im Stadtbild präsentiert sehen können. Zum anderen verkörpert das starke Wachstum schon jetzt die Zuwächse bei den Wählerstimmen und nimmt damit den nun absehbaren Erfolg der Öko-Partei quasi vorweg.
  • Besonders perfide: Die Sonnenblume wird auch an Kindergärten und Schulen verteilt, womit zukünftige Wählerschichten bereits in frühester Kindheit ins eigene Lager überführt werden können. Da bekommt der Kampfbegriff ‚Nachhaltigkeit‘ eine ganz neue Bedeutung! Andere Parteien können hier gar nicht agieren, weil ihnen einfach die Symbolik fehlt. Schwarze Parteibücher, rote Socken oder blau-gelbe Karo-Westen sind eben nicht kindgerecht.

Bei der Sorte, die der Gewerbeverein zum Einsatz bringt, handelt es sich um ‚American Giant‘, die bis zu 8 Metern groß werden kann. Gerüchten zu folge liegen im Fraktionsraum der Grünen daher schon die Plakate für die letzten Tage vor dem Urnengang – eine Sonnenblume mit dem Slogan:

YES – WE CAN!

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