Rathaus-Duell


Am morgigen Dienstag treffen der Bürgermeister Paul Berlage und sein Herausforderer Carsten Grawunder zu einem öffentlichen Rededuell aufeinander. Wie vor fümf Jahren wird diese Veranstaltung vom dem Westfälischen Anzeiger organisiert. Aufgrund der großen Anzahl der Anfragen wurde die Veranstaltung in die Aula der Realschule verlegt.

Man darf davon ausgehen das neben Finanzen und Schulzentrum auf jeden Fall die Innenstadtbelebung ein großes Thema sein wird. Wir vom Autorenkollektiv Klaus Wallenstein freuen uns sehr auf diese Veranstaltung und rufen alle Wählerinnen und Wähler dazu auf, sich ebenfalls direkt vor Ort eine Meinung zu bilden. um am 25. Mai dann eine qualifizierte Entscheidung in der Wahlkabine treffen zu können.

Dass dieser Wahlkampf in Drensteinfurt diesmal ein besonderer ist, war in unserem Blog ja schon oft thematisiert worden. Dass aber diesmal mit so harten Bandagen gekämpft wird, war nicht voraus zu sehen. Letzter Höhepunkt der öffentlichen Auseinandersetzung ist die Kritik der Anwohner  der Kardinal-von-Galen Grundschule am Krisenmanagement des Bürgermeisters. Schon seit Monaten überziehen die Bewohner an der Schule die Stadt und den Bürgermeister mit Kritik. Der Grund: Offensichtlich ist den Anwohner bei der Grundsteinlegung ihres Eigenheimes verborgen geblieben, dass sie direkt an der Schule wohnen. Dies ist ihnen aber erst in den letzten Jahren aufgefallen, seit die Grundschule mehr und mehr in die Lebenswelt der Kinder integriert wird und die Angebote der Schule in den Nachmittag hinein wachsen. Nun stören sich die Anwohner an Kinderlärm und Sportgeräuschen und wünschen sich ihr Menschenrecht auf Friedhofs-Idylle durchgesetzt.

Man fragt sich als unbefangener Bürger, wieso die Stadt sich überhaupt auf Diskussionen mit diesen Menschen einlässt, geht es doch vielmehr um das wesentlich höher einzustufende Interesse der Kinder, sich in ihrer Umwelt ‚Schule‘ wohlzufühlen und auszuleben. Dabei stößt man rasch auf die Leichen im Keller der Stadtverwaltung, die der Bürgermeister Berlage zwar nicht verschuldet, aber heute zu verantworten hat, wie z.B. nicht vorhandene Baugenehmigungen.

Was aber noch viel schwerer wiegt, ist ein katastrophales Krisenmanagement der Stadtverwaltung. Anstelle von Anfang an mit offenen Karten zu spielen und die Vorgänge völlig transparent zu machen, erleben wir nun eine Schlammschlacht in den Medien, die erst möglich wird durch ein völlig verqueres Politikverständnis. Wer heute immer noch glaubt, wichtige Entscheidungen der Stadt kommen am Biertresen oder in Hinterzimmern an der Wagenfeldstraße zu Stande, betreibt eine Politik aus dem letzten Jahrhundert. Der unterteilt die Menschen in Bittsteller und Machthaber und übt ein Regime der unkontrollierten Machtüberdehnung aus.

Und dies ist der Schuh, den sich Bürgermeister Paul Berlage anziehen muss – dass er mit den Seilschaften der bierseeligen Schützenfestzeltpolitik nicht aufgeräumt und eben nicht konsequent auf Transparenz und allgemeine Teilhabe gesetzt hat. Und hier hat Carsten Grawunder die Chance, gerade bei den Neubürgern zu Punkten, in dem er deutlich macht, dass ein neuer Besen diese alten Spinnweben aus den Hinterzimmern wegfegen wird.

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