Die große Lüge


Aktuell beherrschen zwei Lügen-Komplexe die Schlagzeilen in den Medien:

  • Die Verlogenheit der korrupten FIFA-Senioren, die sich zum Ziel gesetzt haben, den Fußball als Sport und Weltkulturgut zu vernichten.
  • Die Lügen der Bundeskanzlerin Angela Merkel, die um den Preis des Machterhalts zu allen Unwahrheiten bereit ist – denn ihr Vorgehen sei ja ‚alternativlos‘.

Doch so wichtig auf kurzer Distanz dieses Boulevard-klein-klein auch sein mag – dahinter droht eine viel größere Lüge, die an den Wurzeln unserer Zivilisation nagt: die Lüge vom ‚Weiter-so‘.

Politik lebt davon, Versprechen auf die Zukunft abzugeben. Nicht immer können diese Versprechen eingehalten werden, denn selten kann eine Idee oder eine Programmpunkt Eins zu Eins umgesetzt werden. Eben genau dies ist ja auch ein wesentliches Element von Demokratie, dass über die Debatte der Weg zu einer möglichst breit unterstützten Lösung gefunden wird. Solche Debatten zur Lösungsfindung haben in Deutschland wesentlich zum – positiven – gesellschaftlichen Wandel beigetragen.

Was aber, wenn sich die Gesellschaft in einer Parallelwelt bewegt und die Augen verschließt vor den Grundlagen, auf denen solche Lösungs-Such-Debatten geführt werden müssten? Was geschieht eigentlich mit dem gesellschaftlichen Fortschritt, wenn nicht die grundlegenden Probleme angegangen werden und stattdessen Politik nur noch in Pseudo-Debatten als Simulation betrieben wird?

Die Informationen, die die große Lüge des ‚Weiter-so‘ entlarven, sind zahlreich und leicht zugänglich, wie diese kleine Auswahl bestätigt:

„Dem Kreis Steinfurt droht eine regelrechte Grundwasser-Katastrophe.“
Münstersche Zeitung, 22.05.2015

  • In den vergangenen beiden Jahrzehnten ist der Verbrauch an Kleidung um 400 Prozent gestiegen. Die Textil-Industrie ist nach der Öl-Industrie weltweit der zweitgrößte Umweltverschmutzer. Gleichzeitig werden die Billig-Produkte in Sklavenarbeit produziert und gewachsene Sozialstrukturen in der Dritten Welt vernichtet.

„Mein Film heißt „The True Cost“, weil wir uns darüber klar sein müssen, welchen wahren Preis die niedrigen Preise der Fast Fashion tatsächlich haben, sowohl was die Ressourcen, aber auch was die menschlichen Schicksale angeht. Wir können nicht so weiterkonsumieren.“
Andrew Morgan, Filmemacher

„Einfach so weitermachen wie bisher ist keine Option. …
… Wenn wir jetzt nichts unternehmen, stehen wir alle als Verlierer da“
Daniele Poponi, Energieforscher bei der IEA

«Wir sehen hier die enormen Kosten nicht enden wollender Kriege sowie fehlgeschlagener Bemühungen, Konflikte zu lösen oder zu verhindern»
António Guterres. UN-Hochkommissar für Flüchtlinge

Diese Liste ließe sich mit Massenüberwachung durch Konzerne und Geheimdienste, Bankenkrise und Staatsverschuldung sowie dem weltweiten Freihandel beliebig weiter fortsetzen.

Wenn man eine Erklärung dafür sucht, warum diese Probleme nicht gelöst werden können, sind folgende Worte der Bundeskanzlerin Angela Merkel entlarvend:

„Und in der Tat ist die Situation auf dem Mittelmeer auch sehr unbefriedigend“
Angela Merkel, 14.02.2015, zu dem Massensterben im Mittelmeer

Hält man diese Aussage gegen den Hintergrund, vor dem diese getätigt wurde, werden die Kernpunkte des Merkelschen Politikverständnisses deutlich und die Ursachen für das Scheitern bei der Problemlösung offensichtlich:

  • Die Situation – Massensterben im Mittelmeer – ist nicht schlimm. Im Prinzip hat die Politik alles im Griff. Es besteht also kein Grund, dass sich die Bevölkerung beunruhigen müsste.
  • Weil die Politik die Situation im Prinzip im Griff hat, sind auch keine radikalen Änderungen nötig. Es reicht aus, an wenig Stellschrauben zu optimieren, damit eine Lösung gefunden werden kann.
  • Die Herausforderungen und Anstrengungen, die für eine Lösung notwendig sind, werden für die Wählerinnen und Wähler in keiner Weise spürbar sein. Denn dazu ist das Problem ja zu klein und mit wenigen ‚technischen‘ Handgriffen aus dem bürokratischen Werkzeugkasten der Weltpolitik in den Griff zu bekommen.

Natürlich ist der Bundesregierung – und auch Angela Merkel – klar, dass das Sterben im Mittelmeer weiter gehen wird. Auch die Verseuchung von Grundwasser, die Ausbeutung der Frauen in den Nähfabriken der Dritten Welt und der Klimawandel sind allgemeines Wissen. Doch das Ziel der CDU/CSU/SPD-Koalition ist ja eben nicht die Lösung dieser Probleme.

Das Ziel der Großen Koalition ist und bleibt die Aufrechterhaltung der großen Lüge. Denn die Parole des ‚weiter-so‘ als Fortschreibung des Slogans ‚Geiz ist Geil‘ mit den Mitteln der Denkabstinenz ist der Schlüsselfaktor zum Machterhalt.

Und Bundeskanzlerin Angela Merkel wirbt ohne jedes Pathos um Verständnis für die Arbeit von Geheimdiensten beim Schnorcheln an den Glasfasern, immer mit Verweis auf den internationalen Terrorismus, der offenbar auch aus Österreich, Tschechien und Luxemburg droht. Eine gewisse Denkabstinenz scheint sie dem Wahlvolk zu unterstellen.
Constanze Kurz

Als Fazit bleibt: Der Erfolg gibt Merkel bisher Recht!

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