„We, the free people of Syria …“


„Wo ist der Aufstand gegen den Krieg in Syrien?“ Das fragt der SPD-Chef Sigmar Gabriel. Und wir vom Autoren-Team Klaus Wallenstein fragen uns: Ist das nur eine perfide Ablenkungs-Kampagne von den CETA-Problemen in der SPD oder legt der Ober-Sozi doch den Finger in eine schon zu lange schwelende Wunde?

Es hat schon etwas unfreiwillig komisches, wenn Gabriel den CETA-Protest gegen rechnet mit dem aus seiner Sicht mangelhaftem Widerstand der Deutschen gegen den Syrien-Krieg. Der SPD-Vorsitzende soll nach SPIEGEL-Informationen sogar Friedensdemonstrationen vor den Botschaften der USA und Russlands planen.
Auf den ersten Blick ist da das offensichtliche Kalkül, den Freihandelswiderstand zu diffamieren. Doch es lohnt sich, einen zweiten Blick auf die Aussage Gabriels zu werfen – und den machttaktischen Hintergrund mal bei Seite zu schieben.

Denn die Fakten sprechen eigentlich für sich:

Trotz der Katastrophe, die vor unseren Augen stattfindet, bleibt die Bevölkerung in Deutschland teilnahmslos. Lediglich die AfD und die notorischen Putin-Versteher versuchen, dass Thema politisch auszuschlachten. Doch von einer bürgerlichen, zivilen Friedensbewegung ist tatsächlich nichts zu sehen – kein Vergleich mit den Protesten gegen den Irak-Krieg.

Doch nicht nur die Deutsche Bevölkerung schweigt. Auch von den SyrerInnen im Exil in Europa ist nichts zu hören. Niemand erhebt seine Stimme, um sich dem Wahnsinn entgegen zu stellen oder die politisch Verantwortlichen anzuprangern. Jenseits der Polemik eines Sigmar Gabriels müssen wir in Deutschland hinterfragen, wo der Aufschrei gegen die Kriegsverbrechen bleibt.

700.000 Exil-SyrerInnen in Deutschland könnten eine Chance sein – auch für den Frieden in Arabien. Doch dazu muss dass Schweigen über den Krieg endlich gebrochen werden. Hier in Deutschland – inmitten des friedlichen Schutzraumes Europa, mit einer starken Zivilgesellschaft – wäre der ideale Geburtsort für ein neues, friedliches Syrien. Und die ersten Worte der dazu gehörigen Geburtsurkunde könnten lauten:

„We, the free people of Syria …“
„Wir, das freie Volk Syriens …“

 

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Eine Antwort zu „We, the free people of Syria …“

  1. Waltraud Gundlach schreibt:

    Der Aufruf gegen den Syrien Krieg ist vielleicht gut gemeint. Nur wenige wissen, daß Deutschland beteioligt ist – von Anfang an.
    http://www.zeit.de/2012/31/Syrien-Bundesregierung „Das neue Syrien kommt aus Wilmersdorf“
    Die s.g. Zivilgesellschaft bzw. NGO´s sind nicht selbstlos unterwegs. Sie vertreten Interessen. Und zwar jener Gruppen, die die Gelder locker machen.
    Es wäre interessant zu erfahren, WER die Gruppen und Leute waren, die man damals „beraten“ hat. In Wahrheit sollte Assad weg, nicht, weil er ein Schlächter ist/war, sondern weil dort eine Regierung eingesetzt werden sollte, die gegenüber den USA/NATO gehorsam ist.
    Siehe Danilele Ganser:

    Wirtschaftliche Interessen werden leider nie thematisiert in diesem Zusammenhang.
    Die Demokratie mit der Lieferung von Waffen zu bewerkstelligen, ist eine alte Methode, die immer unendlich viele menschliche Opfer und die Zerstörung der Länder zur Folge hat.

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