Eskalation der Gewalt


Nachdem der Wahnsinn im Hamburger Schanzenviertel durch die Polizei von der Straße geholt worden ist, kann man sich während der Beseitigung der Trümmer bereits Gedanken machen, woher diese neue Dimension der Gewalt herrührt. Ein Blick auf die Teilnehmer des Gipfels ist da erhellend.Gewalt ist keine Lösung. Und zurecht fordert die Bevölkerung eine klare Distanzierung der politischen Akteure eine Absage an den Straßenterror der vergangenen Nacht. Nichts anderes fordern wir ja auch von den Muslimen, wenn Fundamentalisten den Islam missbrauchen und Gewalttaten verüben. Gewalt muss ausgegrenzt werden.

Und dennoch – man kann die Bilder von Hamburg nicht vollständig begreifen, wenn man nicht den gesamten Kontext betrachtet:

  • die Atomraketen, mit den Nordkorea und USA sich gegenseitig bedrohen
  • die Prügelszenen und Fäkal-Tweets, mit denen der amerikanische Präsident seine Wählerinnen und Wähler aufhetzt
  • die Lügen, mit denen in Großbritannien rechte Gruppen die Gesellschaft in die Isolation treiben.
  • das Massensterben an den Grenzen Europas, die mit brutaler Gewalt gegen Flüchtlinge abgesichert werden.
  • die Dürre und Hungerwellen, die den Afrikanischen Kontinent erschüttern.
  • der rasante Klimawandel, der bereits jetzt ganze Regionen unbewohnbar macht.
  • die Grenzen des kapitalistischen Systems, die immer realer werden für jeden einzelnen, der im Stau steht, eine Wohnung sucht, oder sich mit Minijobs durchschlagen muss.

Diese Liste ist keineswegs unvollständig. Und sie macht eins deutlich: Wir haben es nicht mit einer Krise zu tun, sondern mit einer Zeitenwende, die Gewissheiten zerstört und Ängste schürt. Diese Ängste werden unter tatkräftiger Mithilfe der ‚Staatenlenker‘ nicht abgemildert, sondern teilweise mit brutalem Machtkalkül auch noch befördert.

Und so drehen alle munter an der Gewaltspirale, die Stufe um Stufe in die Eskalation getrieben wird. Um aus dieser Situation einen Notausgang zu finden, ist der G20-Gipfel denkbar ungeeigneter, verteidigt er doch das aktuelle System und damit den zerstörerischen Status Quo.

Es ist nichts geringeres erforderlich als eine geistige Revolution, um die Herausforderungen an den richtigen Stellen angehen zu können. Innerhalb des neoliberalen, kapitalistischen Werkzeugkasten befindet sich nur noch das Flickzeug des Pfusch-Handwerkers.

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