Automobiler Fukushima-Moment


Als die Reaktoren in Japan vor den Augen der jüngst globalisierten Weltöffentlichkeit explodierten, wurde das Versprechen der sicheren Kernenergie als das entlarvt, was es von Anfang an war: als eine Lüge. Nun entpuppt sich die deutsche Automobilindustrie als eine Bande von Lügnern und Verbrechern. Die Geschichte von fleißigen, aufrechten und technologiebesessenen deutschen Managern und Ingenieuren ist aufgeflogen. Auch dies war nur eine weitere Lüge der Industriegeschichte.

Akuell wird die mediale Öffentlichkeit zum wiederholten Mal Augenzeuge, wie ein Industriezweig von globaler Bedeutung – nein, diesmal nicht explodiert, sondern implodiert. Die ethische Verkommenheit und die völlige Abwesenheit von Verantwortung in Führungseliten findet in dem Autokartell der deutschen Automobilindustrie einen neuen Höhepunkt. Wir haben lügende Manager der Energiebranche erlebt. Wir haben ruchlose Investmentbanker zocken sehen und den Besuch von Versicherungsmaklern in Bordellen bestaunt. Wir haben erlebt, wie gewissenlose Politikerinnen und Politiker diese Machenschaften auch noch protegierten.

Die jetzigen Fakten zum deutschen Diesel-Skandal und Autokartell sind eine neue, bisher nicht erreichte Stufe moralischer Verkommenheit in der Führungsetage. Zum einen haben Manager und Ingenieure bewusst den Tod von 10.000en von Menschen in Kauf genommen, anstatt nach der besten Antriebslösungen für ein Massen-Fortbewegungsmittel zu suchen. Zusätzlich haben sich die Verantwortlichen von BMW, VW und Daimler in geheimen Zirkeln getroffen – um zum Schaden von Zulieferern und Kunden die eigene Gewinnmarge zu optimieren.

Was aber noch schwerer wiegt als diese Vorwürfe ist die Totalaufgabe des Wettbewerbs zu Gunsten der Festschreibung eines zerstörerischen Status Quos. Es wurde eben nicht mehr der bestmögliche Antrieb für ein Auto gesucht. Es wurde nicht mehr nach neuen Konzepten einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Mobilität geforscht. All die Aussagen vom ‚antreibenden Wettbewerb‘ haben sich als Märchen und Lügen entpuppt – zum Schaden einer gesamten Industrie.

Dieser ethische Totalschaden der automobilen Technologieelite wird Folgen haben. Vertreter der Autobranche – vom kleinen Ingenieur bis hin zum großen VDA-Vorsitzenden Wissmann (CDU) – haben sich als kriminelle Vereinigung entpuppt, die zum Schaden Deutschlands agiert. Es ist die höchste Pflicht der Politik, nun entsprechend zu handeln und die rechtsfreien Räume in der Automobilindustrie zu beseitigen.

Doch das wird nicht reichen. Jetzt muss alles auf den Prüfstand – von der Forschung über gesetzliche Grundlagen bis hin zu staatlichen Subventionen:

  • Autobahnen ohne Tempolimit, die zusätzliche Todesopfer zur Folge haben? Sofort abschaffen, da wir das Stadium des protzenden Höhlenmenschen bereits hinter uns gelassen haben.
  • Subventionen für Diesel? Sofort streichen, da der staatlich geförderte Tod von 10.000en von Menschen ein Verbrechen darstellt.
  • Forschungsgelder für fossile Antriebstechnologie? Keinen Cent mehr, da die Post mit ihren E-Autos längst zeigt, was machbar ist.
  • Umsteuern auf neue Mobilitätskonzepte? Sofort durchstarten, da die Argumente der Autoindustrie auf Lügen und gekauften Gutachten basieren.
  • Straßenausbau als Maßnahme gegen den Mobilitätsinfarkt? Sind zu streichen, da längst alternative Konzepte vorliegen, welche von Industrie und Politik mit Lügen in den Schmutz gezogen werden.

Der Sumpf aus Korruption, kapitalistischer Ideologie und Gewissenlosigkeit, den das Biotop des auto-industriellen Komplexes bis tief hinein in die Parteien darstellt, muss jetzt trocken gelegt werden. Jedes Jota an Vertrauen haben die handelnden Personen mutwillig verbrannt – und dementsprechend hat die Gesellschaft in Deutschland diesem mafiösen Komplex entgegen zu treten.

Der einzige Ausweg aus dem automobilen Desaster ist die Verkehrswende. Die einzige politische Kraft, die diesen Weg aufzeigen kann, sind die Grünen.

Denn: Zukunft wird nicht aus Betrug und Lügen, sondern aus Mut gemacht.

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3 Antworten zu Automobiler Fukushima-Moment

  1. Oliver Burkardsmaier schreibt:

    Lustig… und wie wollen die Grünen das machen? Wenn die irgendwo an der Regierung sind, stellen die sich weder gegen Braunkohle noch kümmern sie sich auch nur im Geringsten um anchhaltige Mobilität.
    Der Baden-Württembergische Minisperpräsident, ein Grüner, erzählt im Gegenteil öffentlich, wie toll doch Dieselmotoren sind.

    Wenn es zur Zeit eine Partei in Deutschland gibt, mit der eine Energiewende funktionieren kann, dann die Piraten.
    Nicht nur haben die bisher stets das getan was sie versprochen haben, sie haben auch keinen Anteil am aktuellen Zustand. Und sie haben nicht nur lustige Konzepte, (wie die tolle grüne Idee einer Mooswand ohne Bewässerung), sondern eine Menge Sachverstand.

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  2. Walter schreibt:

    Völliger Nonsens, Panikmache.
    E-Technologie ist Brückentechnologie, nichts weiter. Deshalb kaufen die Autofahrer auch keine E-Mobile.

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  3. Aleksandr Orlov schreibt:

    Der Vergleich zwischen Fukushima und dem Diesel-Skandal hinkt.
    Die Autoindustrie erlebt gerade ihren Hamm-Uentrop-Moment.
    Die Parallelen zwischen der Stillegung des THTR Atomreaktors in den Achtzigern und heute sind frappierend.
    In beiden Fällen haben Aufsichtsbehörden systematisch jahrelang weggeschaut, Sauereien der Industrie gedeckt und geschwiegen. In beiden Fällen hat die Politik wissentlich die Industrie gewähren lassen und die Bevölkerung belogen.
    In Uentrop hat die Politik die Industrie fallen lassen, als das Gemauschel aufzufliegen drohte und die Gefahr bestand, dass die Machenschaften seitens der Politik in den Medien landen.
    Daraus sollte die Industrie gelernt haben, dass alle Parteispenden nebst großzügiger Pöstchenversorgung nach der Parteilaufbahn nichts nutzt, wenn die Politik einfach nur ihre Haut retten will.

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